Die meisten Menschen starten einen Umzug von der Schweiz nach Deutschland nicht mit Vorfreude, sondern mit einem offenen Browser voller Tabs. Mietvertrag. Zoll. Anmeldung. Aufenthaltstitel. Auto. Krankenkasse. Dazu die Frage, in welcher Reihenfolge das alles sinnvoll ist.

Genau dort entstehen die meisten Fehler. Nicht, weil Unterlagen grundsätzlich fehlen, sondern weil sie zum falschen Zeitpunkt vorbereitet werden. Wer erst am Grenztag über die Inventarliste nachdenkt oder erst nach Wohnungsübergabe merkt, dass für die nächste Behörde noch ein Dokument aus der Schweiz nötig ist, baut sich unnötig Stress ein. Ein guter Umzug läuft deshalb nicht nach der Frage „Was brauche ich alles?“, sondern nach „Was muss zuerst passieren, damit der nächste Schritt überhaupt klappt?“.

Ihr Neustart in Deutschland beginnt hier

Nehmen wir eine typische Situation. Die neue Stelle in Deutschland ist zugesagt, die Wohnungssuche läuft, und in der Schweizer Wohnung stapeln sich schon die ersten Kartons. Gleichzeitig liegt ein kleiner Berg Papier auf dem Tisch. Kündigungen, Ausweise, Versicherungen, Fahrzeugunterlagen, vielleicht noch Familiendokumente. Viele wissen in diesem Moment nicht, ob sie zuerst den Umzug organisieren, die Gemeinde informieren oder sich um den Zoll kümmern sollen.

Diese Unsicherheit ist normal. Wohnortwechsel gehören zum Leben. Eine Auswertung, auf die sich Immobilienfreude bezieht, nennt für die Schweiz etwa vier Umzüge pro Person im Leben. Für Deutschland werden vier bis fünf Umzüge im Leben genannt, nachzulesen bei Immobilienfreude zum Thema Umzugshäufigkeit. Ein grenzüberschreitender Wechsel fühlt sich trotzdem anders an, weil Logistik und Behörden ineinandergreifen.

Wer den Ablauf sauber sortiert, entschärft den Umzug spürbar. Die Bürokratie wird nicht kleiner, aber sie wird berechenbar.

In der Praxis bewährt sich ein einfacher Grundsatz. Zuerst sichern Sie alles, was Fristen hat. Danach alles, was an der Grenze vorgelegt werden muss. Erst dann folgen die Schritte nach der Ankunft. Das klingt banal, verhindert aber die klassischen Probleme. Ein gekündigter Schweizer Internetvertrag ohne funktionierenden Anschluss in Deutschland ist lästig. Eine fehlende Inventarliste am Zoll ist deutlich schlimmer.

Der rote Faden ist deshalb klar. Vorbereitung in der Schweiz. Zoll und Transport. Ankommen und anmelden in Deutschland. Dann erst die Feinheiten wie Fahrzeug, Versicherungen und Nachsendungen.

Die Vorbereitungsphase Ihre Checkliste für die ersten Schritte

Wer früh sauber plant, spart sich hektische Reparaturen in der letzten Woche. Ich rate immer dazu, die Vorbereitung in drei Blöcke zu teilen. Nicht nach Themen, sondern nach Zeitpunkt. So sehen Sie sofort, was jetzt wirklich dran ist.

Eine strukturierte Checkliste für den stressfreien Umzug von der Schweiz nach Deutschland mit sechs wichtigen Vorbereitungsschritten.

Drei Monate vorher

In dieser Phase geht es um alles, was Ihren Umzug überhaupt möglich macht.

  • Wohnsituation klären: Sichern Sie die neue Adresse in Deutschland so früh wie möglich. Viele spätere Schritte hängen daran, weil Sie ohne feste Anschrift nur schwer planen können.
  • Arbeitsvertrag prüfen: Wenn der Umzug beruflich motiviert ist, kontrollieren Sie Startdatum, Probezeit, Arbeitsort und ob Unterlagen für Behörden oder Vermieter daraus hervorgehen müssen.
  • Schweizer Mietvertrag kündigen: Prüfen Sie Kündigungsfrist, Übergabetermin und Anforderungen an Reinigung oder Rückgabe. Gerade hier entstehen oft unnötige Überschneidungen mit dem eigentlichen Umzugstag.
  • Versorgungsverträge ordnen: Strom, Internet, Handy, Serafe, allenfalls Parkplatz oder Lagerraum. Nicht blind alles auf denselben Tag kündigen. Entscheidend ist, wann Sie die Leistungen wirklich nicht mehr brauchen.
  • Dokumentenmappe anlegen: Reisepass oder Identitätskarte, Geburtsurkunden, Heiratsurkunde, Diplome, Arbeitsvertrag, Mietunterlagen, Versicherungsnachweise, Fahrzeugpapiere. Diese Mappe fährt nie im Umzugskarton mit.

Eine praktische Ergänzung finden Sie in einer Umzugs-Checkliste für die Schweiz, wenn Sie die Schweizer Vorbereitungen noch einmal systematisch durchgehen möchten.

Ein Monat vorher

Jetzt beginnt die Phase, in der der Umzug konkret wird. Viele Fehler passieren genau hier, weil Leute zu früh packen, aber zu spät sortieren.

Sinnvoll ist jetzt vor allem diese Reihenfolge:

  1. Umzugsgut grob festlegen: Was kommt sicher mit, was wird verkauft, was entsorgt, was bleibt vorerst in der Schweiz.
  2. Adressänderungen vorbereiten: Banken, Versicherungen, Arbeitgeber, Vereine, Ärztinnen und Ärzte, Abos.
  3. Post-Nachsendeprozess planen: Nicht als letzte Notlösung. Gerade bei gestaffelten Behördenbriefen ist das wichtig.
  4. Bankthemen ordnen: Ein deutsches Konto ist oft hilfreich, bevor die ersten laufenden Zahlungen starten.
  5. Versicherungen prüfen: Manche Policen enden mit dem Wegzug, andere laufen weiter, wieder andere müssen aktiv gekündigt oder angepasst werden.

Praktische Regel: Alles, was Sie am Umzugstag dringend brauchen, kommt in eine persönliche Handgepäckmappe. Alles, was ersetzbar ist, darf in Kartons.

Eine Woche vorher

Jetzt zählt nicht mehr Vollständigkeit, sondern Zugriffsbereitschaft. Die Unterlagen sollen nicht nur existieren, sondern am richtigen Ort liegen.

Eine kurze Prioritätenliste hilft:

  • Abmeldung bei der Schweizer Wohngemeinde terminieren: Klären Sie, welche Unterlagen verlangt werden und ob persönliche Vorsprache nötig ist.
  • Schlüsselübergabe organisieren: Übergabeprotokoll, Zählerstände, Reinigung, Erreichbarkeit.
  • Dokumente doppelt prüfen: Ausweise, Inventarliste, Fahrzeugunterlagen, Mietvertrag Deutschland, Arbeitsvertrag.
  • Essentials separat packen: Kleidung für die ersten Tage, Medikamente, Ladegeräte, wichtige Ordner, Kinder- oder Haustierbedarf.
  • Kontaktkette festlegen: Wer ist am Umzugstag erreichbar. Vermieter, Umzugsfirma, Grenzübergang, allenfalls Betreuung für Kinder oder Tiere.

Was in der Vorbereitung oft schiefläuft

Die häufigsten Probleme sind erstaunlich ähnlich. Nicht fehlendes Wissen, sondern schlechte Reihenfolge.

Problem Was besser funktioniert
Verträge zu früh kündigen Enddaten an reale Auszugstage koppeln
Dokumente in Kartons verpacken Alle Originale in einer separaten Mappe führen
Wohnung räumen, bevor Sortierung klar ist Erst entscheiden, dann packen
Nachsendung vergessen Bereits vor dem Auszug organisieren

Wenn Sie diesen Teil sauber abarbeiten, wird der Rest deutlich leichter. Die Grenze verzeiht schlechte Vorbereitung weniger als eine volle Wohnung.

Zollformalitäten meistern Hausrat und Fahrzeug stressfrei über die Grenze

Der Zoll ist selten kompliziert, wenn die Unterlagen sauber vorbereitet sind. Er wird kompliziert, wenn Leute mit gemischten Kartons, unklarer Liste und halbfertigen Fahrzeugpapieren am Übergang auftauchen. Genau deshalb sollte der Zoll nicht als letzter Punkt auf Ihrer Liste stehen.

Eine Infografik mit fünf Schritten für die Zollabfertigung bei einem Umzug von der Schweiz nach Deutschland.

Hausrat zuerst richtig einordnen

Die zollrechtliche Grundlogik ist erfreulich klar. Übersiedlungsgut kann in der Regel zoll- und steuerfrei eingeführt werden, wenn es als persönliches Umzugsgut gilt. Die Schweizer Behörden verlangen dafür eine Inventarliste mit Namen, Adresse und Unterschrift sowie eine Ausfuhrdeklaration, nachzulesen bei der EDA zum Auswandern und Zollprozess.

Wichtig ist die Reihenfolge. Zuerst definieren Sie, was wirklich Umzugsgut ist. Danach erstellen Sie die Inventarliste. Nicht umgekehrt. Wer erst beim Schreiben merkt, dass geliehene Möbel, Verkaufsware oder später nachkommende Gegenstände dazwischenliegen, muss wieder von vorn beginnen.

So funktioniert die Inventarliste in der Praxis

Die Liste muss nicht schön sein. Sie muss nachvollziehbar sein.

Was gut funktioniert:

  • Raumweise erfassen: Wohnzimmer, Schlafzimmer, Küche, Keller, Büro.
  • Positionen verständlich benennen: Nicht „Diverse Sachen“, sondern „Esstisch Holz“, „6 Stühle“, „Bücherkisten“, „Winterkleidung“.
  • Kisten nummerieren: Wenn Karton 14 auf der Liste steht, finden Sie ihn bei Rückfragen sofort.
  • Spezielle Gegenstände separat aufführen: Velos, Instrumente, hochwertige Geräte, Werkzeuge, Sammlungen.
  • Liste unterschreiben: Das wird oft vergessen.

Was nicht funktioniert, ist eine Sammelliste mit Formulierungen wie „Hausrat komplett“ oder „ganze Wohnung“. Das spart am Vorabend Zeit, kostet aber an der Grenze Nerven.

Eine gute Inventarliste ist kein Bürokratie-Extra. Sie ist Ihr Arbeitsinstrument, wenn Fragen auftauchen.

Formular 18.44 und Grenzablauf

Bei einem Umzug mit Schweizer Zollbezug spielt das Formular 18.44 in der Praxis eine zentrale Rolle. Dazu kommen die Vorgaben der Zollstelle. Bei Übersiedlungsgut sind Öffnungszeiten, die Nutzung der LKW-Spur und die Vorlage der vollständigen Unterlagen entscheidend. Besonders wichtig wird das bei Teilumzügen oder wenn ein Transportdienst den Grenzübertritt übernimmt.

Arbeiten Sie deshalb mit einem simplen Ablauf:

  1. Inventarliste finalisieren
  2. Persönliche Dokumente bereitlegen
  3. Ausfuhrunterlagen vollständig ablegen
  4. Grenzübergang und Zeitfenster prüfen
  5. Alle Unterlagen gesammelt im Fahrzeug oder bei der verantwortlichen Person führen

Wenn Sie parallel auch Ihr Fahrzeug ummelden müssen, legen Sie diese Unterlagen nicht in denselben Ordner wie den restlichen Hausrat. Trennen Sie Hausrat und Fahrzeug konsequent. Das beschleunigt jede Kontrolle.

Das Fahrzeug ist ein eigener Vorgang

Viele behandeln das Auto wie ein weiteres Stück Umzugsgut. Genau das führt zu Verzögerungen. Für Fahrzeuge gelten eigene Abläufe und später in Deutschland eigene Anforderungen.

Für die Ummeldung eines Schweizer Fahrzeugs in Deutschland wird die deutsche TÜV-Prüfung benötigt, weil die Schweizer Prüfung nicht automatisch anerkannt wird. Auf Schweizer Seite wird zudem eine Frist von 12 Monaten ab Zuzugsdatum für die Autoanmeldung genannt, wie im verlinkten Hinweis zur Fahrzeugummeldung und technischen Prüfung erläutert wird.

Deshalb bewährt sich folgende Trennung:

Hausrat Fahrzeug
Inventarliste Fahrzeugausweis und Besitznachweis
Ausfuhrdeklaration Versicherungsnachweis
Kartonnummern und Möbel Zollunterlagen zum Fahrzeug
Fokus auf Übersiedlungsgut Fokus auf technische Abnahme und spätere Ummeldung

Wer ein Fahrzeug mitnimmt, sollte die spätere Adressänderung und die Unterlagen rund um den Fahrzeugausweis ebenfalls früh ordnen. Eine hilfreiche Übersicht zur Schweizer Seite finden Sie bei Adressänderung und Fahrzeugausweis.

Was an der Grenze wirklich hilft

Am Grenztag gewinnt nicht die Person mit den meisten Dokumenten, sondern die mit den sauber sortierten.

  • Unterlagen griffbereit halten: Nicht im Kofferraum unter Kisten.
  • Route passend wählen: Besonders dann, wenn ein grösseres Fahrzeug oder ein Transporter eingesetzt wird.
  • Teilumzüge vorher kennzeichnen: Sonst wird aus einer Nachsendung schnell eine Rückfrage.
  • Keine spontanen Zusatzladungen mitnehmen: Dinge von Nachbarn, Verwandten oder Verkäufe über Kleinanzeigen gehören nicht in denselben Ablauf.

Der Zoll wird dann ruhig, wenn Ihr Fall klar aussieht. Genau dieses Ziel sollten Sie vorbereiten.

Ankommen in Deutschland Anmeldung Steuern und Sozialversicherung

Nach dem Entladen beginnt der Teil, den viele unterschätzen. In Deutschland laufen viele Prozesse nicht parallel, sondern nacheinander. Die Anmeldung ist der Schlüssel. Ohne sie stockt fast alles Weitere.

Eine Frau in einem Büro prüft Dokumente für ihren Umzug von der Schweiz nach Deutschland am Schreibtisch.

Zuerst die Wohnsitzanmeldung

Sobald Sie eine feste Adresse in Deutschland haben, gehört die Anmeldung beim Einwohnermeldeamt ganz nach oben auf die Liste. Nicht irgendwann in den ersten Wochen, sondern so früh wie praktisch möglich. Der Grund ist simpel. Viele nachgelagerte Stellen erwarten, dass Ihre Adresse offiziell registriert ist.

In der Praxis sollten Sie dafür diese Unterlagen in greifbarer Form bereithalten:

  • Ausweis oder Reisepass
  • Mietvertrag oder Wohnungsnachweis
  • Unterlagen der Vermieterschaft, soweit verlangt
  • Familienunterlagen, wenn mehrere Personen gleichzeitig anmelden

Was hier nicht funktioniert, ist Improvisation mit verstreuten Dokumenten auf dem Smartphone. Behördenprozesse laufen deutlich runder, wenn Sie alles ausgedruckt oder zumindest sauber geordnet dabeihaben.

Aufenthaltstitel und Arbeitsrecht richtig einordnen

Für Schweizer Staatsangehörige ist die Lage grundsätzlich günstig, aber nicht formlos. Laut INFOBEST können sich Schweizer Staatsangehörige mit gültigem Ausweis bis zu drei Monaten in Deutschland aufhalten. Für einen Aufenthalt von mehr als drei Monaten gilt das Recht auf Einreise und Aufenthalt insbesondere dann, wenn sie als Arbeitskräfte, zur Arbeitssuche, zur Berufsausbildung oder zum Studium nach Deutschland kommen. Schweizer Bürgerinnen und Bürger brauchen keine Arbeitserlaubnis, aber dennoch einen Aufenthaltstitel, nachzulesen bei INFOBEST zum Umzug von der Schweiz nach Deutschland.

Das ist der Punkt, an dem viele unnötig nervös werden. Keine Arbeitserlaubnis heisst nicht, dass Sie nichts beantragen müssen. Es bedeutet nur, dass der arbeitsrechtliche Zugang einfacher ist als bei vielen anderen Staatsangehörigkeiten. Der aufenthaltsrechtliche Teil bleibt trotzdem wichtig.

Bringen Sie Anmeldung, Identitätsnachweis und arbeitsbezogene Unterlagen in eine logische Reihenfolge. Dann wird aus einem unübersichtlichen Vorgang ein normaler Behördentermin.

Steuerliche und soziale Anbindung

Nach der Anmeldung laufen in Deutschland weitere Prozesse an, die im Alltag schnell relevant werden. Dazu gehören steuerliche Erfassung, Gehaltsabrechnung und die Einbindung in die Sozialversicherung.

Praktisch bewährt sich dieses Vorgehen:

  1. Wohnsitz anmelden
  2. Arbeitgeber mit aktueller deutscher Adresse versorgen
  3. Krankenkasse klären
  4. Unterlagen für Renten- und Sozialversicherung ordentlich ablegen
  5. Offene Punkte mit Schweizer Stellen dokumentieren, statt sie nebenbei zu merken

Gerade bei der Krankenkasse hilft ein nüchterner Blick. Warten Sie nicht, bis die erste Rechnung oder die erste Arztfrage kommt. Wer den Wechsel sauber dokumentiert, verhindert Lücken und doppelte Missverständnisse.

Typische Stolpersteine in den ersten Wochen

Die Probleme nach der Ankunft sind selten spektakulär. Sie sind eher klein, aber lästig.

Stolperstein Bessere Lösung
Anmeldung aufschieben Früh Termin reservieren und Unterlagen bündeln
Arbeitgeber nur mündlich informieren Adresse und Startunterlagen schriftlich übermitteln
Schweizer und deutsche Unterlagen mischen Ordner nach Land und Thema trennen
Krankenkasse erst später angehen Direkt nach Wohnsitzbezug klären

Viele erleben die ersten Wochen in Deutschland als Kette aus Einzelterminen. Das ist normal. Entscheidend ist nur, dass Sie die Reihenfolge respektieren. Wer zuerst anmeldet und danach die übrigen Stellen bedient, arbeitet sich sauber vorwärts. Wer alles parallel versucht, rennt doppelt.

Die Logistik des Umzugs Kosten und die Wahl des richtigen Partners

Nicht jeder internationale Umzug braucht dieselbe Lösung. Ein kleines Studio mit wenig Möbeln lässt sich anders organisieren als ein Familienhaushalt mit Keller, Fahrzeug und engem Zeitfenster. Die richtige Entscheidung hängt weniger vom Bauchgefühl ab als von drei Fragen. Wie viel Volumen bewegt sich. Wie eng ist der Terminplan. Und wie teuer wird ein Fehler, wenn etwas schiefläuft.

Vergleich zwischen privatem Umzug und professionellem Umzugsunternehmen bei einem Umzug von der Schweiz nach Deutschland.

Eigenregie oder professionelle Hilfe

Beides kann funktionieren. Aber nicht für jede Lage gleich gut.

Variante Stärken Schwächen
Eigenregie Mehr direkte Kontrolle, oft flexibler bei kleinen Mengen Hoher Organisationsaufwand, körperliche Belastung, Zoll- und Terminrisiko
Umzugsunternehmen Entlastung, klarere Abläufe, oft bessere Routine bei Grenzprozessen Weniger spontane Änderungen, höhere direkte Kosten

Beim DIY-Umzug unterschätzen viele nicht den Transport, sondern die Nebenschäden. Zusätzliche Fahrten, verpasste Übergaben, ungeeignete Fahrzeuggrössen, fehlende Helfer, Parkplatzprobleme, beschädigte Möbel, Zeitverlust bei der Grenze. Das sind keine Sonderfälle. Das sind die Punkte, die einen vermeintlich günstigen Umzug plötzlich mühsam machen.

Wo die echten Kosten entstehen

Kosten entstehen nicht nur durch den Transport selbst. Sie entstehen dort, wo Planung fehlt.

Achten Sie besonders auf diese Treiber:

  • Volumen und Zugänglichkeit: Lift, Treppenhaus, lange Wege bis zum Fahrzeug, Keller, zerlegbare Möbel.
  • Zeitfenster: Schlüsseltermine in der Schweiz und in Deutschland müssen zusammenpassen.
  • Sondergut: Klavier, empfindliche Geräte, grosse Schränke, separates Fahrzeug.
  • Grenzkoordination: Sobald Zoll und Teilumzug dazukommen, steigt der Abstimmungsaufwand.
  • Nacharbeiten: Montage, Entsorgung, Rückfahrten, vergessene Restbestände.

Wenn Sie Angebote vergleichen, schauen Sie nicht nur auf den Startpreis. Fragen Sie, wer die Planung übernimmt, wie mit Wartezeiten umgegangen wird und was passiert, wenn sich ein Grenz- oder Schlüsseltermin verschiebt.

Das Auto als logistischer Sonderfall

Logistisch ist das Fahrzeug oft der Teil, der am längsten nachwirkt. Die Schweizer Prüfung wird in Deutschland nicht automatisch anerkannt. Für die deutsche Ummeldung braucht es die deutsche technische Prüfung. Gleichzeitig läuft auf Schweizer Seite die Frist von 12 Monaten ab Zuzugsdatum für die Autoanmeldung. Das macht die Terminplanung sensibel, wie im bereits verlinkten Hinweis zur Fahrzeugthematik beschrieben.

Deshalb sollte das Auto nie „später irgendwann“ mitlaufen. Planen Sie es wie einen eigenen Mini-Prozess. Eigene Unterlagen. Eigene Termine. Eigene To-do-Liste.

Wenn ein Umzug komplex wird, liegt das fast nie an den Kartons. Es liegt an den Abhängigkeiten zwischen Terminen, Fahrzeug und Dokumenten.

Woran Sie einen passenden Dienstleister erkennen

Ein guter Partner verkauft Ihnen nicht einfach Transport. Er reduziert Unklarheit.

Achten Sie auf diese Punkte:

  • Klare Zuständigkeit: Wer koordiniert Termine, Rückfragen und Änderungen.
  • Transparente Preislogik: Was ist enthalten, was nicht.
  • Erfahrung mit Grenzumzügen: Nicht jeder gute Inlandsumzug ist automatisch ein guter CH-DE-Umzug.
  • Saubere Kommunikation: Erreichbarkeit vor dem Umzug ist wichtiger als grosse Werbeversprechen.
  • Realistische Einschätzung des Aufwands: Vorsicht bei Angeboten, die ohne Rückfragen „alles kein Problem“ nennen.

Wenn Sie den finanziellen Rahmen besser einordnen wollen, hilft ein Blick auf Kosten für eine Umzugsfirma. Nicht als Preisversprechen, sondern als Orientierung, welche Faktoren den Unterschied machen.

Häufige Fragen und letzte Prüfungen vor dem Start

Kurz vor dem Umzug tauchen oft noch die Fragen auf, die in allgemeinen Checklisten fehlen. Drei davon sind fast immer relevant.

Was passiert mit Pensionskasse und Säule 3a

Das sollten Sie nicht zwischen Kartons entscheiden. Altersvorsorge, Freizügigkeitslösung und steuerliche Folgen hängen stark von Ihrer persönlichen Situation ab. In der Praxis funktioniert am besten, wenn Sie vor dem Wegzug bei Ihren Vorsorgeeinrichtungen konkrete Austritts- und Meldeunterlagen anfordern und die Schritte schriftlich dokumentieren. Nicht schätzen, nicht auf später verschieben.

Wie klappt der Umzug mit Haustieren

Bei Hund oder Katze zählt vor allem Vorbereitung. Klären Sie früh, welche Einreiseunterlagen, Nachweise und tierärztlichen Dokumente verlangt werden. Für den Umzugstag selbst gilt: Tiere brauchen einen eigenen Ablauf. Ruhiger Transport, Futter, Wasser, sichere Box und möglichst keine hektische Übergabe zwischen Wohnungsreinigung, Schlüsselabgabe und Grenzfahrt.

Was gilt bei Nachsendungen oder Teilumzügen

Gerade das wird oft falsch verstanden. Laut BAZG muss Übersiedlungsgut grundsätzlich im zeitlichen Zusammenhang mit der Wohnsitzverlegung eingeführt werden und ist innerhalb von 2 Jahren in diesem Zusammenhang grundsätzlich noch erfasst. Die 6-monatige Benützung im Ausland muss aber trotzdem erfüllt sein. Für spätere Nachsendungen gelten strengere Voraussetzungen für die Abgabenbefreiung. Das steht in den FAQ des BAZG zu Umzugsgut und Nachsendungen.

Für die Praxis heisst das: Wenn nicht alles am selben Tag mitkommt, dokumentieren Sie von Anfang an sauber, was später folgt. Teilumzüge sind machbar. Unklare Nachsendungen sind das Problem.

Zum Schluss lohnt sich eine letzte Mini-Prüfung:

  • Dokumentenmappe vollständig
  • Inventarliste unterschrieben
  • Schlüsseltermine bestätigt
  • Zollunterlagen getrennt vom Alltagsgepäck
  • Erste Woche in Deutschland organisatorisch abgesichert

Wenn Sie Ihren Umzug nicht nur planen, sondern sauber organisiert abwickeln möchten, ist TIXPI eine praktische Anlaufstelle. Sie sehen den maximalen Preis vorab, erhalten Unterstützung bei Planung und Durchführung und haben einen zentralen Kontakt statt vieler Einzelabsprachen. Gerade bei einem Umzug von der Schweiz nach Deutschland nimmt das viel Druck aus dem Prozess.